Zwei Brüder. Zwei Shows. Eine Stadt.
Teil 1: Freitag, 11. Juli 2025
Zurück in der Stadt, aus der alles kam
Oasis in Manchester – das ist kein beliebiger Tourstopp. Es ist ein Heimspiel. Und genau das war der entscheidende Punkt. Eine Band in ihrer Heimatstadt zu erleben, ist immer etwas Besonderes. Bei Oasis reizte diese Tatsache noch einmal mehr. Nicht London, nicht Dublin. Sondern Heaton Park. Und genau deshalb wurden unsere Tickets für die Shows in der Hauptstadt und Irland kurzerhand getauscht – gegen Karten für die ersten beiden Homecoming-Konzerte der Gallagher-Brüder.
Zwar hatte die Reunion-Tour bereits in Cardiff begonnen – zwei Abende mit jeweils gewaltiger Resonanz – aber Manchester war ein anderes Kapitel. Hier ging es nicht nur um Musik. Sondern darum, wie es ist, zurückzukehren.
Der Park bebt – und das schon am Nachmittag
Die Stimmung im Heaton Park kochte bereits lange vor Beginn der Show. Kein Wunder. Das Wetter tat sein Übriges, aber vor allem lag es an der absoluten Vorfreude jedes Einzelnen auf dem Gelände. Überall Gesänge, Gespräche, Euphorie. Keine Spur von Routine. Manchester war wach, bereit, ungeduldig.
Pep mittendrin – und auf der Bühne
Auch Pep Guardiola war unter den Gästen. Der Coach von Manchester City, eng mit den Gallagher-Brüdern befreundet, ließ sich den Abend nicht entgehen. Und das war nicht alles: Auf der Bühne stand er ebenfalls – als Pappfigur. Ein typischer Oasis-Moment. Als Noel später D’You Know What I Mean? anstimmte, widmete er den Song Guardiola und nannte ihn „den größten Trainer aller Zeiten“. Die Reaktion: Applaus. Und Pfiffe – von den United-Fans.
Die Band wirkt, als wäre sie nie weg gewesen
Mit Fuckin’ in the Bushes vom Band beginnt der Abend. Hello eröffnet das Set – und sofort ist klar: Hier wird nichts aufgewärmt, hier wird gespielt. Liam am Mikro, vorne, präsent. Noel daneben, fokussiert, souverän. Und dazwischen: eine Band, die so eingespielt wirkt, als hätte es die Trennung nie gegeben.
Die Stimmung auf der Bühne ist erstklassig. Keine Spur von Distanz. Keine künstlichen Pausen. Oasis wirken bereit. Acquiesce, Morning Glory, Fade Away, Roll With It, Live Forever – der Setblock lässt keine Fragen offen. Besonders Slide Away, Stand By Me und Cast No Shadow entfalten an diesem Ort eine andere Dimension. Die Leute singen mit. Wort für Wort. Ohne Pause.
Ein Höhepunkt zum Schluss
Als The Masterplan die Zugabe eröffnet, ist der Park längst im Rausch. Und dann: Don’t Look Back in Anger. Der Song wird abgebrochen – Noel unterbricht mit einem knappen Kommentar, dann startet die Band noch einmal. Diesmal übernimmt die Menge. Keine Inszenierung. Einfach echt.
Danach folgen Wonderwall und Champagne Supernova. Kein Feuerwerk. Keine Showeinlage. Nur Musik. Nur Manchester. Nur Oasis.

Ein zweiter Abend, der noch näher ging
Teil 2: Freitag, 12. Juli 2025
Der Freitag war energiegeladen. Der Samstag war es ebenfalls. Doch für uns war dieser zweite Abend noch intensiver. Weil wir alles, was kam, noch mehr aufsaugen konnten. Weil sich die Aufregung gelegt hatte. Weil man wusste, was kommt – und es dadurch anders treffen konnte.
Die Setlist blieb unverändert. Die Abfolge war identisch. Und trotzdem fühlte sich der Abend nicht gleich an. Es war nicht das, was Oasis spielten. Sondern wie wir es erlebten.
Keine Routine – nur Klarheit
Von Anfang an war die Band präsent. Wieder eröffnete Hello, wieder folgten Acquiesce, Morning Glory, Some Might Say. Alles saß. Die Übergänge waren flüssig, das Zusammenspiel stimmte, und die Stimmung im Park war direkt da.
Liam war erneut stark bei Stimme, Noel ruhig und souverän. Die Kommunikation auf der Bühne wirkte gelöst, nicht inszeniert. Es war kein zweites Mal, sondern eine zweite Perspektive. Die gleichen Songs – aber anders gefühlt.
Ein Abschluss, der genau so sein musste
Die Zugabe war wie am Vortag: The Masterplan, Don’t Look Back in Anger, Wonderwall, Champagne Supernova. Wieder wurde Don’t Look Back in Anger kurz angespielt und dann neu begonnen – und wieder übernahm das Publikum.
Zum Abschluss: Pyrotechnik bei Champagne Supernova. Kein Feuerwerk um seiner selbst willen – sondern ein letztes Signal in den Nachthimmel. Dann ging das Licht. Kein großes Wort. Keine Show. Nur das Ende von zwei Abenden, die mehr waren als nur ein Tourstopp.
Oasis dominieren die britischen Charts
Zeitgleich mit den Heimspiel-Shows in Manchester steigen drei Alben in die Top 5 der britischen Charts ein. Die Compilation „Time Flies… 1994–2009“ steht auf Platz 1. „(What’s the Story) Morning Glory?“ steigt auf Rang 2. „Definitely Maybe“ springt auf Platz 4. Auch bei den Singles gibt es Bewegung: „Acquiesce“ erreicht Platz 17, „Don’t Look Back in Anger“ Platz 18, „Live Forever“ Platz 19. „Morning Glory“ wurde in Großbritannien mit 18-fachem Platin ausgezeichnet – mehr als 5,4 Millionen Verkäufe. Am 3. Oktober erscheint die 30th Anniversary Edition.
So geht die Oasis „Live ´25“ Tour weiter
Es folgen vier weitere, ausverkaufte Shows im Heaton Park, wo die Band insgesamt dann vor 400.000 Fans spielt. Weiter geht es mit ebenso ausverkauften Stationen in London, Edinburgh, Dublin, Nordamerika, Asien und Südamerika. Oasis haben nichts neu erfunden. Aber sie haben bewiesen, dass alles da ist, was es braucht.
Hinweis in eigener Sache: Hier findet Ihr normalerweise eine Fotostrecke zum besuchten Konzert der Review. In diesem Fall war unser Team privat vor Ort, da es nicht möglich war sich für eine der Shows der Tour zu akkreditieren. Daher gibt es hier zwar eine Review, jedoch leider keine Fotos, da unsere Crew vor Ort die Show entspannt verfolgt hat, ohne von weit hinten Fotos zu machen, auf der eh nur die Bühne mit vielen anderen Smartphones zu sehen gewesen wäre.
Tags: oasis